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Leise Verhallend (2013)

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Leise Verhallend – Theaterprojekt

Das Theaterprojekt Leise Verhallend nach „Danton’s Tod“ von Georg Büchner ist eine Archäologie des Schweigens. Im Zusammenspiel aus barocker und frei improvisierter Musik, aus Seiltanz, Text und Fotografie beschäftigt sich das Projekt mit dem Verstummen von vernehmbaren Stimmen und mit den Strukturen, die das Verstummen bedingen. Die unmittelbare Umgebung des Kunstraumes bblackboxx – das hier stationierten Ausschaffungsgefängnis Bässlergut und das Empfangs- und Verfahrenszentrums für Asylsuchende – sowie „Danton’s Tod“ von Georg Büchner bilden den Resonanzraum. Die Seiltänzerin Nadine Tobler und die Musikerin Anna-Kaisa Meklin befragen das Verstummen auf seinen Klang und sein Verklingen, Texte von Lukas Linder und Fotografien von Bettina Hägeli erweitern die Szenerie um zwei weitere Perspektiven und Wahrnehmungsweisen.

Leise Verhallend ist Teil von Vernehmungen nicht Vernehmungen. Drei Projekte positionieren sich verschiedenartig zu dem Vernehmen an der Grenze und verschränken sich zu einer Trilogie.

6., 7., 9. sowie 14. – 16. Juni 2013 / jeweils ab 15.00h / bblackboxx / Freiburgerstrasse 36 / Basel

Mit: Anna-Kaisa Meklin (Viola da Gamba), Nadine Tobler (Seiltanz), Lukas Linder (Text) Konzept, Regie: Jonas Gillmann Raum, Fotografie: Bettina Hägeli Dramaturgie: Almut Rembges

 

Der dritte Raum – Kurzfilm (2015)

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Der dritte Raum ist ein Kurzfilm über Zwischen-Räume. Als Bezugspunkt dient ihm eine Episode aus dem Roman „Kuşlar da gitti“ von Yaşar Kemal. Während die Episode, die im Film von einer Schauspielerin nacherzählt wird, im Istanbul der 1950er Jahre spielt, ist der Film selbst in einer Landschaft im schweizerischen Mittelland der Gegenwart angesiedelt. In einer Art innerem Monolog werden die damaligen Umstände erinnert und mit den Bildern der neuen Umgebung überblendet.

In der Wiederholung und Variation von Einstellungen und Kamerabewegungen erzählt Der dritte Raum von der feinen Schwelle zwischen erinnerten und stattfindenden Orten und Zeiten. Der dritte Raum zielt damit auf die Möglichkeit von hybriden Zwischen-Räumen, in denen die Bedeutungen von Vergangenheit, Gegenwart und von kultureller Identität durchlässig bleiben.

Mit: Fatma Schmid, Ayfer Dersim Güler, Jakob Gillmann Regie: Jonas Gillmann Drehbuch: Ibrahim Öztürk, Jonas Gillmann Kamera: Ibrahim Öztürk Ton: Markus Inderbitzin Musik: Anna- Kaisa Meklin Schnitt: Ibrahim Öztürk Dauer: 15 min.

Tanzt weiter und vergesst das Weinen nicht – Performance (2015)
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Es geht eine Seele durch den Wald neben dem Empfangs- und Ausschaffungskomplex Bässlergut. Sie ist widerspenstig und unbeugsam. Sie ist anarchisch und kraftvoll. Sie ist infantil und dabei sehr weise. Es ist die Seele des deutschen Anarchisten Erich Mühsam. Im Juli wird sie durch uns geistern als ein Stück Vergangenheit, das in die richtige Zukunft weist.

Wir richten uns ein für ein vierwöchiges Wimmelbild zwischen Musik und Live-Text, Theater, Installation, Kaffee und Zigaretten, einer Erich-Mühsam-Daily-Soap und allerlei Zeugs.

Über das aktuelle Tagesprogramm kann man sich auf der laufend aktualisierten Homepage www.tanztweiterundvergesstdasweinennicht.ch erkundigen. 01.-31. Juli 2015. Täglich. Nonstop. No Border. Jeder darf mitmachen. Jeder darf mühsam sein.

01. – 31.07.2015 / bblackboxx / Freiburgerstrasse 36 / Basel

Konzept: Jonas Gillmann, Almut Rembges, Jan Bachmann, Lukas Linder
Mit: Buntu Fihla, Cornelia Peter, Beniamin Forti, Marcel Schwald, Jeanne Jacob, Elisabeth Fritsch, Shazeb Shaikh, Könige kleiner Länder, Lea Weber, Nadine Tobler, Collectif Inouite, Anna-Kaisa Meklin, Alan Twitchell, Andreas Thierstein, Moritz Bachmann, Bruno Derksen, Laura Hagemann, Ivan Georgiev, Martha Marx, Andreas Bächli, Ulrike Kiessling